Edda ist ursprünglich eine isländische Poetik und die Liedersammlung über Helden und Götter der Germanen. Also ein großer Gesang eines Volkes, das Himmel und Erde und das, was sich zwischen beiden ereignet in seinen Liedern besingt. Edda ist auch mein Vorname. Edda verstehe ich als etwas besingen und etwas, das uns singen macht. Und das, was uns singen macht, ist eine Begegnung, die etwas in Schwingung setzt, so dass man singt oder anfängt zu schreiben, zu malen, zu zeichnen, zu tanzen. Und die Begegnung kann mit Menschen, mit Kunst, mit Natur, in der Liebe zu sich selbst erfahren werden und daraus entsteht die Poesie.

get into music war über Jahre ein Leitmotiv meines Denkens und Entwerfens. Wie und wodurch kommt man zur Musik? Ich denke ein Großteil meiner Musikinitiation, vielleicht kann man das so nennen, war über die Bewegung, dem körperlichen Ausagieren und Gestalten von Bewegung zur Musik. Hier bin ich das erste Mal aktiv geworden. Aktiv im Sinne des bewussten Gestaltens meiner Bewegung als Ausdruck meiner selbst. Erst viel später habe ich durch Gesang und Harfenspiel die Stimm- und Klangbewegung zunächst zugelassen, dann forschend experimentiert und gestaltet. Aber die größte Erfahrung in die Musik zu kommen habe ich in den Bergen Südfrankreichs gewonnen. Den ganzen Tag draußen mit und ohne Ziegen unterwegs oder mit Pferden und Hunden zusammen zu sein. Dann Gesangsunterricht, dann rhythmische Resonanz beim Computerschreiben, die mich regelmäßig zum autopoetischen Singen veranlasste. Das Singen wurde zum seismographischen Resonanzfeld für Begegnungen und andere Ereignisse. Heute weiß ich, dass das Singen sowohl Ausdrucks- als auch Ausgleichsbewegung ist. Ein Ausgleich, um einen Schwingungszustand zu heben oder zu nivellieren oder um auf ein umgebendes Schwingungsfeld, das mich berührt, zu reagieren.

Um mir das, was beim Singen geschieht, die eigentliche Stimmbewegung näher anschauen zu können, habe ich angefangen die Stimmbewegungen aufzuzeichnen, nachdem ich bereits das Aufzeichnen für andere Phänomene wie der eigenen Verfasstheit, Tanz, Tanztheater, Gespräche und Musik verwendet habe. Durch einige Stunden bei Professor Rabine, der in Weimar funktionalen Gesang gelehrt hat, habe ich realisiert, dass ich die Klangbewegung imaginativ visualisieren kann, auch habe ich durch ihn gelernt darauf zu achten wie sich die Stimme im Körper bewegt. Mein Singen und musikalisches Denken und Gestalten wird durch die Erfahrung, Imagination und Kenntnis der Stimm- und Klangbewegung geleitet, wobei die Imagination sowohl vorstellend als auch bildlich visualisierend als eine sich gegenseitig potenzierende Methode wirksam ist. Auch die initiale Spielsammlung mit Visualisierungsdatei Die Klangwelle und Der Atemvogel, sowie seine Neufassung basiert auf dem Interplay von Vorstellung, Fantasie, Visualisierung und dem gespielten und gehörten Klang.

Von 2008 bis 2016 habe ich Harfe im Selbststudium gespielt und dabei die leibliche Wirkung von Klangverläufen am eigenen Körper erfahren und gepflegt.

Im Zeitraum 2015 bis 2020 habe ich mich grafisch intensiv mit der Atemwirksamkeit von Mustern und Farbe auseinandergesetzt, deren Erfahrungen in die hier angebotenen Visualisierungen eingeflossen sind.

Ein wesentlicher Baustein meiner Affinität für die Relation von Farbe, Klang, Linie, Form und ihrer Atemwirksamkeit basiert auf der Ästhetik von Kunstwerken und ihrer schriftlichen Refelxion.

Ich habe in Jena Geschichte der Naturwissenschaften und Philosophie studiert, Kunstgeschichte in Jena und an der Uni Wien und am Lehrgang für Harmonikale Forschung an der mdw temporär teilgenommen.